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Notizen 2021

 

04.06.2021

Grande Dame. Sie wollte schreiben. Sie hat geschrieben. Ihr Leben, ihr Werk. Sie ist tot. Lieblingstod. Sie war noch im Alter, 96, Dichterin in Österreich. Ihre Sprache, ihr Fusz. Wortwitz, Experiment Literatur, Widmungswut. Autorin Buch für Buch. Hörspiel. Ihre Zettelhöhle in Wien, ihr Verschlag in Frankfurt am Main. Eines Morgens trat sie an, Lebewesen gegenüber alter Lyrik, schrieb Poesie gleich auf, klein, kursiv, ganz neue Titel drüber, und am Ende stand ein Band. Preis! Und wieder Preis. Groß. Und größer. Geistlein, Tödlein, Schreckling, Schriftung, Himmelchen. Vertont. Rezensenten an den Fenstern ihrer Texte winken. Neben ihm (lechts, rings), anders, und er neben ihr. Prosa nun, Requiem. Wobei die Frage bleibt in Ewigkeit: Ist denn ein Hand- und Herzgefährte auch ein Lebensmensch?