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Hypertext in der Literatur führt nicht zu einer Vergrößerung des Informationsraumes, sondern, ganz im Gegenteil, zu seiner Reduzierung. Es zwingt den Leser nicht mehr, die in die Linearität der herkömmlichen Schrift eingebundenen verschiedenen Dimensionen zu verfolgen, sondern überläßt ihm die Wahl. Insofern entsteht in seinem Denken nicht mehr zwangsläufig die (multimediale) Vision des Autors - in noch geringerem Ausmaß, als dies in konventioneller Technik schon der Fall ist. Das Internet offenbart seine Stärken in einer revolutionär-demokratischen Anarchie und einem gigantischen, weltweiten Wissenspeicher. Niemals in der Menschheitsgeschichte standen der nationalen und internationalen Verständigung so wenig Barrieren entgegen wie durch das Internet.



Axel Costard
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