Walter Rheiner

Morgen

Da das Herz im Schlaf erzittert,
Lunge schwebt empor.
Licht erstrahlt durch Wimpern-Gitter.

Aufgedreht der Raum! Ein Chor
Klarer Stimmen. Pyramide.
Gläsern, Saite, klingt das Ohr.

In das Wirrsal land ich wieder.
Träne netzt den Mund.
Wolken schlingen sich im Liede.

Schläfe Mosaik. Wie bunt
Rieselt Himmel! Nebeldach
Schwärmt näher, und

Ein vergeßner Ätherbach
Badet süß das Haupt.
Du Verstoßner, Mensch! erwach:

- Innige Heimat, Heimat Schlafes, trunkne Heimat Dir geraubt!