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Nun dauert es so lange
Nun dauert es so lange,
dass ich anfange zu vergessen,
wie sehr ich dir gut war.
Und wenn ich dich
zwischen den Wahnsinnen der Schlacht
im Traum treffe,
dann leuchten deine samtenen Augen
lieb mir zu.
Und deine großen Lippen locken meinen Kuss.
Und deine Hüften tragen,
was du mir versagst.
Auf deiner Blässe blüht ein unerlöstes krankes Fieber.
Unirdisch kommt dein Fuß,
an dem die rote Rose stak,
den ersten Tag, da ich dich sah.
Und deine Schritte reihen sich
wie Psalmenglieder.
Schwarze Frau, dein schwarzes Haar
fühle ich weich an meiner Hand
und deine körperliche Nähe ganz lebendig. -
Aber ich benehme mich ungelenk
und fremd und wie nicht mehr gehörig
zu dir.
Der Traum an dich weckt mich in meinem Schlafe auf.
Und wenn ich wache,
lärmt kriegerischer Tag um mich,
in dem ich dich so oft verlor.
Bleib du mir treu.
In deinem Räuschen bleib mir treu.