Hans Schiebelhuth

Geistige Landschaft

Wenn nachtgangs nun dich gütig Mond begleitet,
Der Himmel sich für dich mit Sternen schmückt
Und dich der dünne Nebelrauch entzückt,
Ein silbrig Netz aufs Ährenfeld gebreitet,

Ist es umsonst, dass dich mein Lied geleitet:
Dem Duft der Gärten bist du so entrückt
Und siehst von Regenbögen überbrückt
Dein Sehnsuchtsland in langem Traum bereitet.

Ein Trunkner, dem Berauschtsein widerstreitet,
Bleib ich zum Wunderbrunnen tief gebückt -
Sternspiegel, dessen Zauber mich erdrückt! -

Forschend und formend, lust- und qualzerstückt,
Nur hoffend Herz und gülden übersaitet
Von deinem Glück, das mir nie ganz geglückt.