Hans Schiebelhuth

Blume Drangsal

Blühmüd, mühmüd, nie gereift,
Nie Frucht geworden, Mahl, noch Bitterbeere, Zierde
einem Tische
Heftest du wertlos am Weg, ein Ätzkraut, bis
der zerstörerische
Fuß des Verfemten versehrend dich streift.

Glühmütig dennoch, Giftblume Drangsal, bestäubst -
Lagert er - Schmerzdistel du, seine Stirn mit mondfarbnen
Pollen bang.
Sein Sinn achtet dich, sein Aug betrachtet dich, lang, allzulang,
Bis du mit Duft unnennbar den Schlaflosen tödlich betäubst.

Du küsst seine Not. Aber sein Herz hat nicht
Zehrung für dich noch Traum, noch Triebe, die du erweckst
Und, Wurzel in sein ersteintes Verständnis
gesprengt, bedeckst,
Überwächst du nachts, Quecke unjätbar, sein
unwegsamstes Gesicht.