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Georg Herwegh

Abends

Du siehst den Himmel sich mit Purpur schmücken,
Doch alsbald, wie herauf die Sterne steigen,
Sich hinterm Berg hinab den Purpur neigen,
Denn er verschmäht's, mit ihnen sich zu sticken.

Soll ich das Herz mit seinem Haupte flicken? -
Wenn abends stolz sich die Gedanken zeigen,
Dann wird das Herz, krank, müd und todwund, schweigen,
Sein flammend Mal entziehn den Zweifelblicken.

Nacht ist's, ob tausend Stern am Himmel stehen,
nacht, trotz des Hauptes blitzenden Gedanken,
Tag, wenn vorm Frühlicht beide erst vergehen,

Wenn in des Morgens Purpur sie ertranken,
Das Herz lässt seine roten Fahnen wehen
Und in ihm unter die Gedanken sanken.