Francisca Stoecklin

De Profundis

Müd irren wir durch die Stadt in Nacht.
Frierend, weh aneinander geschmiegt
In der Laternen traurigem Gestirn.
Immer schrillt aus der Pinte Musik Verzweiflung,
Dass unser Blut zu weinen anfängt
Und die Seelen erzittern.

Weiber kauern darum, gespenstisch, verschminkt,
Blöde Kerle, frech grinsend in ihre Gesichter,
Die gleich welkenden Blumen
Über den Tischen hangen.

Wird sich kein Gott heut der Armen erbarmen?
Wird kein Heiland seine sanften Hände
Um ihre Schartenwangen legen?
Wird nicht ein lichter Engel
Tröstend in ihre Träume schweben?

Nachtsturm peitscht Fetzen um unsere Traumgesichter.
Wir rollen tiefer hinab,
In den purpurnen Abgrund unserer Liebe.