Clemens Brentano

Ich hab in heißer Sonnen

Ich hab in heißer Sonnen
Mein Denken all gesponnen
Zu einem Mäntelein fein
Ich habs in Angst gewebet
Mein Schifflein hat geschwebet
In steter Not und Pein
Ich habs mit Tränen erweichet
Und hab es still gebleichet
In Mond und Sternenschein
Ich trug es ohn Verweilen
Gar viele, viele Meilen -
Da war mein Tuch zu klein
Ich wollt sie mit bedecken,
Da zuckt an allen Ecken
Heraus das Flammelein

Und drüben strömen in Wellen
Viel tausend tausend Ellen
Rot Tuch dahin im Wind
Und trunken von den Farben
Schaut sie, und ich muß darben
Hab nichts fürs ärmste Kind