Adolf Friedrich von Schack

Ines

Mädchen, deiner Stimme Lachen,
Deiner Wangen Rosenlicht,
Sei's im Schlummer, sei's im Wachen,
Andres träum' und denk' ich nicht.

Bei der Kastagnetten Schmettern,
Deiner Blicke feuchtem Glanz
Beb' ich, gleich des Lorbeers Blättern,
Drunter du dich schwingst im Tanz.

Länger ist's mir nicht geheuer;
Zauber musst du üben, Kind,
Daß das Blut wie sengend Feuer
Wild mir durch die Adern rinnt.

Ja, mir ahnt, bei deiner Amme,
Die als Hexe allen gilt,
Hältst du nächtlich in die Flamme
Meines Herzens wächsern Bild.

In der Brust dann banges Klopfen
Fühl' ich, Glut wie siedend Erz;
Ach! geschmolzen fließt in Tropfen
Auf den Herd mein armes Herz!