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Es gibt Literaturpreise und Literaturkritikpreise, dazu Preise für Buchdruck, Layout und Einbandgestaltung, Preise für Buchhandlungen und Verleger*innen und selbstverständlich auch für die Literaturwissenschaft. Was fehlt, das sind Preise für die Preiskultur selbst, für Stifter*innen und Juror*innen, die den Literaturbetrieb so maßgeblich prägen, ernsthafte Kunst neben der Flut leichten Lesefutters ermöglichen. Preise, die wirken, Preise, die Zeichen setzen, Preise mit schönen Ritualen, mutige und hellsichtige Juryentscheidungen usw., das alles hat Ehrung verdient - und ist notwendig zur Motivation, um Nachwuchs zu gewinnen und zur Förderung eines Wettbewerbs unter den Preisen, der sie stärkt, zukunftsfähig macht und das Niveau weiter hebt. Schon wächst die Zahl der Preise langsamer, obwohl mehr davon gebraucht würden, für KI-Literatur z.B. oder KI-Literaturkritik, sie einzupflegen. Literaturfreund*innen sollten das ernst nehmen - bevor die Preisverleihungen selbst von KI-Systemen übernommen werden. Maschinengeehrte Menschen - dafür ist die Zeit noch nicht reif. (Oder bin nur ich alter Leser nicht bereit für Lektüreempfehlungen eines Computers?)