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		<title>Am 8. Januar alte Nachrichten</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 12:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirtschaft ist immer auch f&#252;r die Menschen.
W.C.
Der DAX steht wieder da, wo er 2006 war (bevor er kurz absackte, um sich zu der Blase zu bl&#228;hen, die zuletzt platzte). Vier verlorene Jahre f&#252;r die Anleger! Das war die Krise. Nicht so schlimm wie der lange Abstieg von Ende 2000 bis Anfang 2003 (erst 2007 wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wirtschaft ist immer auch f&#252;r die Menschen.</em><span style="font-size: 90%"><br />
W.C.</span></p>
<p>Der DAX steht wieder da, wo er 2006 war (bevor er kurz absackte, um sich zu der Blase zu bl&#228;hen, die zuletzt platzte). Vier verlorene Jahre f&#252;r die Anleger! Das war die Krise. Nicht so schlimm wie der lange Abstieg von Ende 2000 bis Anfang 2003 (erst 2007 wurde die Spitze von 2000 wieder erreicht), aber schlimm genug. Fast vier ganze Jahre. Es werden noch viele G&#252;rtel enger geschnallt werden m&#252;ssen, die zu ersetzen.</p>
<p>Rainer Sommer geht in Telepolis der Frage nach, warum der <em>Peak-Oil</em>, das Maximum der &#214;lf&#246;rderung, kein Thema ist, das uns interessieren soll &#8211; und erkl&#228;rt nebenbei die Kriege gegen Irak und Afghanistan zu &#214;lkriegen. Das hatten wir schon. Ein alter Verdacht gegen Bush, den sp&#228;testens Obama ausger&#228;umt haben d&#252;rfte. Der ist kein &#214;lmann und kann doch keinen Frieden geben.</p>
<p>Nach Afghanistan m&#252;sse die Bundesrepublik &#252;brigens mehr Soldaten schicken, um dort weiterhin <em>mitspielen</em> zu k&#246;nnen. Andernfalls verschw&#228;nde sie geradezu im riesigen US-Aufgebot. Der Minister ist besorgt. Komisch &#8211; war das Kriegsspiel nicht ein rot-gr&#252;nes Vergn&#252;gen?</p>
<p>Wegen des kalten Winterwetters gingen manchen Staaten die Energiereserven aus. Deutschland habe aber keine Probleme, solange die Ukraine ihre Gasrechnungen bezahlt und Russland die Pipelines nicht sperren muss. Notfalls k&#246;nnten alle zwei Grad weniger heizen, um Automobil und Wirtschaft zu sch&#252;tzen. Spielraum genug.</p>
<p>Mehr Sorgen bereite das Glatteis. Besonders der Polizei. Die k&#246;nne sich, knapper Haushaltsmittel wegen, vielerorts keine Winterreifen mehr leisten. Vielleicht war es doch &#252;bertrieben, dem Klimawandel durch die fr&#252;he Umstellung auf Sonnenstaat vorzugreifen.</p>
<p>Die Mehrheit der Deutschen, so aktuelle Umfragen, wolle keine Steuersenkungen. Das ist kein Wunder, die Mehrheit h&#228;tte davon kaum einen Nutzen, weil sie schlicht zu wenig verdient. Au&#223;erdem g&#246;nnen die meisten nicht nur der Polizei ihre Winterreifen, sondern w&#228;ren auch wenig erfreut, wenn ihre Turnhallen, Ballet- und Opernh&#228;user schlie&#223;en m&#252;ssten.</p>
<p>Immer intensiver suchen die Literaturwissenschaften nach neuen Standards, ihre Wissenschaftlichkeit auszudr&#252;cken. Die bisherigen (Ohrensessel, Pfeife, Brille und Buch) halten dem Wertewandel (Frauenemanzipation, Kontaktlinsen, Nikotin&#228;chtung, Internet) kaum mehr stand. F&#252;r das <em>Journal of Literary Theory</em> 2011 (jltonline.de) werden Vorschl&#228;ge gesucht.</p>
<p>Billigdrogist Schlecker hat eine neue Art Filialen kreiert, die hei&#223;en <em>Schlecker-XL</em>, sind gr&#246;&#223;er, ansprechender gestaltet und auch f&#252;r Leistungstr&#228;ger attraktiv. M&#246;glich wurden sie durch niedrigere L&#246;hne (6,80 € statt 12,70 € f&#252;r die Verk&#228;ufer). Ein Beispiel, wie man auch nach der Krise Arbeit schaffen kann &#8211; dank guter Vorarbeit des ehemaligen Superministers Clement. Ein Verdienst von Schwarz-gelb ist das noch nicht.</p>
<p>Die Musikindustrie muss wirklich gut sein. So viele Menschen wollen, wenn auch zum Teil illegal, ihre Ware runterladen. Mir klingt das zwar alles wie Viagra, Penisverl&#228;ngerung, &#8216;Jesus liebt dich&#8217; und Sch&#246;nheits-OP, aber das liegt nur daran, dass ich als Sohn einer verr&#252;ckten Musikerin keinen demokratischen Musikgeschmack entwickeln konnte. Menschen wie ich werden einiges schlucken m&#252;ssen, wenn die direkte Demokratie kommt. Ich bin trotzdem daf&#252;r.</p>
<p>Eine Halterhaftung wie beim Auto sieht das OLG K&#246;ln (6 U 101/09)  bei Internetzug&#228;ngen. Zudem seien Eltern daf&#252;r verantwortlich, dass Kinder nicht gratis Musik downloaden. Sowieso, klar. In Sachen der <em>Abmahnkosten</em> betonte das Gericht <em>das hohe</em>[!] <em>Interesse der Musikfirmen an der Vermeidung weiterer Urheberrechtsverletzungen vom konkreten Anschluss aus</em> &#8211; was etwa hei&#223;t, dass einer, der im Supermarkt stiehlt, bestraft werden muss, als w&#228;re es ein Bankraub, damit er es nicht wieder tut.</p>
<p>Einem Vorschlag der Gr&#252;nen, Bagatellf&#228;lle nicht zu verfolgen, kann die Musikwirtschaft nichts abgewinnen. Ihr Schaden entsteht ja durch die gro&#223;e Zahl der kleinen Downloads. Sie h&#228;tte am liebsten eine Beweislastumkehr: wer eine Melodie pfeift, muss beweisen k&#246;nnen, dass sie bezahlt ist. Aber Kunst und Kultur gelten nicht mehr viel vor dem Internet, das bindet auch der Politik die H&#228;nde.</p>
<p>Die Bildzeitung berichtet &#252;ber ein weiteres Projekt zum Online-Testament (mywebwill.se). Diesmal geht es nicht darum, was aus meiner Homepage wird, wenn ich tot bin, sondern darum, wer meine Tweets und meinen Facebook-Account l&#246;scht. Das ist auch aus Gr&#252;nden der sozialen Hygiene sinnvoll: Wenn Spuren von Leuten bleiben, die im Leben keinerlei Prominenz erreichten, br&#228;che vielleicht unsere postumes Anreizsystem zusammen. Dann w&#228;re neben dem Geld kein verbindlicher Ma&#223;stab mehr f&#252;r die Relevanz eines Menschen. Nichts, was man sich in Zeiten des Zweifels am Kapitalismus w&#252;nscht.</p>
<p>Zweifel wiederum sind ein Zeichen des Glaubens. Der blinde Glaube, der z.B. routiniert den lebendigen Gott neben sich behauptet, ohne irgendetwas davon zu sp&#252;ren, ist n&#228;mlich kein Glaube. Wirklicher Glaube stellt sich der Erfahrung, sowohl der Vernunft als auch dem Augenschein entgegen zu stehen, ist also von Zweifeln gepr&#228;gt. Er ist, wie manche sagen, <em>ein Ringen</em>, keine Show.</p>
<p>Und schon ist Deutschland nicht mehr <em>Exportweltmeister</em>. Tja, das ist ein Wanderpokal. Ich gratuliere der Volksrepublik China.</p>
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		<title>Gl&#252;ck braucht</title>
		<link>http://hor.de/glueck-braucht.html</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 00:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Noti.zen]]></category>

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		<description><![CDATA[Aller Arbeit, Kinder, Gelder, Tiere, Tage, Sorgen, Not:
- Liebe, die kommt,
- Leben, das muss.
Besser man tut, dass es das gibt.
Und der Abend bringt selbst das Ende und die Freude findet gutes Gold und die Hunde die Kartoffeln, die die Wahrheit uns verspr&#228;che &#8230; je lieber man liegt.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aller Arbeit, Kinder, Gelder, Tiere, Tage, Sorgen, Not:<br />
- Liebe, die kommt,<br />
- Leben, das muss.<br />
Besser man tut, dass es das gibt.</p>
<p>Und der Abend bringt selbst das Ende und die Freude findet gutes Gold und die Hunde die Kartoffeln, die die Wahrheit uns verspr&#228;che &#8230; je lieber man liegt.</p>
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		<title>Am 7. Januar alte Nachrichten</title>
		<link>http://hor.de/am-7-januar-alte-nachrichten.html</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 12:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://hor.de/?p=90</guid>
		<description><![CDATA[In eigener Sache: E-Mail
Ich habe knapp 200 E-Mails zu beantworten, darunter lange und liebe von alten Freunden. Ich komme langsam voran. Es kann dauern. Ich gehe in der Reihenfolge des Eingangs vor. Es hat nichts zu bedeuten, wenn es dauert. Bis zu zwei Wochen, f&#252;rchte ich. Keine Sorge, Antwort kommt. 
*
Media Control GfK hat wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 90%"><strong>In eigener Sache: E-Mail</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 90%">Ich habe knapp 200 E-Mails zu beantworten, darunter lange und liebe von alten Freunden. Ich komme langsam voran. Es kann dauern. Ich gehe in der Reihenfolge des Eingangs vor. Es hat nichts zu bedeuten, wenn es dauert. Bis zu zwei Wochen, f&#252;rchte ich. Keine Sorge, Antwort kommt. </span></p>
<p>*</p>
<p><em>Media Control GfK</em> hat wieder Fernsehzahlen. Plus, plus! 5 Minuten t&#228;glich mehr im letzten Jahr.</p>
<p>So viele Prognosen zum neuen Jahrzehnt. Heiliger Kalender! Risiken zuhauf, m&#246;gliche Erfindungen (<em>beam me up</em>), Ereignisse (Meteor Michael kommt), das Wetter &#8211; aber Gegenwehr ist kalkulierbar. E-Books z.B. sind digitale Buchkopien. Wozu? Eine Form, auf die weder Leser noch Autoren zu ihrem Vorteil verpflichtet werden. Verleger umgehen den Buchhandel vor Ort. Wozu Verleger? Widerstand der Gewohnheit, der Verm&#246;gen, Funktionslust. E-Book ist Kompromiss. D.h., Verharrungskr&#228;fte werden gerechnet. Die Propheten schauen nicht in die Labore der Vision&#228;re, sie lesen Gesch&#228;ftspl&#228;ne. Das erh&#246;ht die Trefferquote und verwandelt die Prognosen in reine Langeweile. Besser hatte mir gefallen: <em>2010 fahren alle Segway</em>. Es dauert l&#228;nger.</p>
<p>Verbraucher! Kauft <em>Thumb Thing</em>, den Buchoffenhalter. <em>A Reading Ring</em>.</p>
<p>- z.B. f&#252;r die <em>Fremdw&#246;rterbuchsonette</em>. literaturkritik.de bespricht sie noch einmal &#8211; so sachlich neutral zwischen Alexandriner und Anglizismen. Ich w&#228;re netter gewesen.</p>
<p>Derweil Deutschlands Sprachwahrer Anglizismen jagen, sieht David Crystal (DCBlog) das Ende der englische Sprache: das Internet ersetze sie durch Internettisch, Akronyme, Bilder, Kauderwelsch (kurz: Michael Charliers Neue Armenbibel). Jammern tut er aber nicht.</p>
<p>Zunehmend ger&#228;t Google in die Defensive. Der Versuch, eine Weltbibliothek f&#252;r alle zu bauen, scheitert vielleicht. Verleger und Autoren applaudieren. Zu fr&#252;h. Es kommt nicht auf Google an. <em>F&#252;r alle</em> ist nicht aufzuhalten. <em>Mit allen</em> schon. Literatur des digitalen Zeitalters. Irgendwo versteckt der Rest, die Privatliteratur. (Aktion: Nur im Netz, zum Selberdrucken, zitieren verboten, <em>Neid</em>, der <em>Privatroman</em>! elfriedejelinek.com)  Derweil die Weltliteratur aufbricht, eine ohne G&#252;nter Grass zu werden. Wer h&#228;tte das gedacht.</p>
<p><em>Echte Lyrik, in der auch Sehnsucht mitschwingt</em>, sei Gr&#246;nemeyers <em>Ruhr-Hymne</em>, schw&#228;rmt Oliver Scheytt von der Ruhr 2010 GmbH, der Kulturhauptstadt. Die gibt&#8217;s im Plattenladen.</p>
<p>Kaum hatte ich den Banausen gegeben &#8211; einer Bekannten, die aus Rilketexten ein Buch bastelt, mit Rilke durch das Jahr, f&#252;r jeden Tag ein weiser Satz, lyrische Lebenshilfe als Kalender, zugerufen, da k&#246;nne man auch Courths-Mahler nehmen &#8211; musste ich um Verzeihung bitten. Gruppendruck. Nun, nachtr&#228;glich, w&#228;hne ich mich doch im Recht.</p>
<p>20 kg B&#252;cher 2 £, 20 kg Kohle 5 £. Da kauften die Armen von Swansea zum Heizen am liebsten Lexika, meldet <em>Telepolis</em>.</p>
<p>Alle Winter kommt die Z&#228;hlung der erfrorenen Obdachlosen. Nat&#252;rlich nicht in <em>Zeit</em> und <em>Faz</em>, aber <em>Bild</em> meldet flei&#223;ig, heuer: 9.</p>
<p>Es h&#246;rt nicht auf: <em>Guantanamo</em>. Der rechtsfreie Raum. Die USA sind so viel mehr als ein brutaler Folterstaat, die Wallstreet, Silikon Valley, Hollywood, aber der Schmutz vom schmutzigen <em>Krieg gegen den Terror</em> geht nicht mehr ab. Gl&#252;hende US-Verehrer kannte ich, die nie wieder dort hin fahren wollen, Menschen, die nun jeder US-Administration zutrauen, Widersacher einfach zu ermorden und Schlimmeres, wer foltert, hat ja gar keine Moral. In Deutschland, in anderen L&#228;ndern Europas, in Japan, in China, von &#252;berall erfuhr ich, wie Respekt bis Begeisterung Ekel und Entsetzen wichen. Nicht bei allen. <em>Harte Bandagen </em>seien eben n&#246;tig, meinte neulich ein Abgeordneter. Ein junger Lichttechniker, der tats&#228;chlich nach Hollywood geht, erz&#228;hlte, dass ihm kaum einer zum neuen Job gratulierte, nicht einmal sein Vater. Der habe gesagt, das sei, als w&#228;re man 33 nach Deutschland gezogen.</p>
<p>Obwohl der Videoterrorf&#252;rst gleich mit Gedichten begann, verbl&#252;fft noch heute ein Artikel &#252;ber Lyrik bei den Taliban die <em>Achse des Guten</em>. Wenn die Gedichte m&#246;gen, so der h&#246;hnische Rat, <em>sollte die Bundesrepublik eine bis an die Z&#228;hne mit Gedichten bewaffnete Dichter-Truppe nach Afghanistan schicken, um die Taliban zu lehren, ihr lebendiges kulturelles Erbe vor dem Zugriff der Zivilisation zu sch&#252;tzen</em>. Witzig nicht wahr? Nein, entlarvend: die Bundesrepublik habe Dichter, die in Afghanistan, in Pakistan was lehren k&#246;nnten! Das ist der gute alte Kolonialstil. Zivilisation sei, was hier herrscht. Eine lebendige Volkslyrik kann man sich nicht einmal vorstellen. Mit der Erkenntnis, dass die Aufkl&#228;rung am &#220;berdruss scheitern wird, begann, denke ich, die Moderne &#8211; und l&#228;ngst ist es soweit, das Bekenntnis zur Ignoranz ist das letzte <em>salonf&#228;hige</em>. Aber darum geht es mir nicht. Die Idee, die Gedichte fertig mitzubringen, verr&#228;t mehr: auch der t&#228;tige Dichter wird da nicht gedacht. Zu Recht, er kommt ja nicht vor. Somit ist das mutatis mutandis doch ein guter Vorschlag. Man nehme ihnen die Gedichte aus der Hand und schicke sie, nicht die Taliban zu verspotten, doch die eigenen Leute aufzurichten. Es gibt Schlachtenmaler. Wo sind die Kriegsdichter? Haben wir nicht einen? Ein Gedicht f&#252;r die Witwen, das w&#228;r auch was. Wer f&#228;hrt hin?</p>
<p>Margaret Y. Rabb ist am Sonntag gestorben, ein paar Jahre &#228;lter als ich. Krebs. Ich konnte mit Peggys Gedichten nur wenig anfangen, aber sie war eine witzige Lehrerin des Handwerks. Kennengelernt habe ich sie, weil sie ein Benutzerhandbuch f&#252;r <em>Harvard Graphics</em> geschrieben hat.</p>
<p><em>Wir m&#252;ssen alle sterben.</em> Daraus folgt: das macht nichts. Es soll aber nicht weh tun. Das ist technisch m&#246;glich. Leider wird es nicht gern gesehen. Hier w&#252;nsche ich mir Menschlichkeit, weniger Christentum, auch f&#252;r die Beihilfe.</p>
<p><em>Der Mensch ist das Ma&#223; aller Dinge</em> (des Menschen). Leider nur selten der, der gerade da ist.</p>
<p>In unserem famili&#228;ren Ranking der Elektroger&#228;te kommt der PC erst auf Platz f&#252;nf:<br />
0. Gastherme (ginge evtl. ohne Strom)<br />
1. Beleuchtung<br />
2. Waschmaschine<br />
3. Staubsauger<br />
4. K&#252;hlschrank<br />
5. Computer, mehrere (mit Internetzugang)<br />
6. Telefon<br />
7. T&#252;rklingel<br />
8. und folgende: Wecker (ginge auch ohne Strom), Fernseher, Franziskas Mobiltelefon, Bohrmaschine, Toaster &#8230; es verliert sich in Unwichtigem. Eigentlich ab dem Staubsauger. H&#228;tten wir einen Elektroherd, st&#252;nde der noch vor der Waschmaschine. Heizung, Beleuchtung, Kochen, Waschen.</p>
<p>Und, liebe S-Bahn, Stahlblech-Behelfstreppen sind bei Minusgraden im Winter f&#252;r Hunde eine Qual. <em>Ich h&#228;tte ihm Schuhe machen sollen</em>, weinte letzte Nacht am Ostkreuz ein Sch&#228;ferhunde-Frauchen. Und ich trug einen Hund!</p>
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		<title>Alkibiades-TV</title>
		<link>http://hor.de/alkibiades-tv.html</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 11:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Noti.zen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heimatlayout gibt die Stadt
mit Sehnsucht vielleicht
formatiert &#038; animiert
ruht die Sch&#246;nheit dort not
Aber die Schriftarten warten
Bookmarks des Glaubens
mutiger Anf&#228;nger sehr
die gestern den G&#246;ttern gr&#252;n
In den Papierkorb schreiben
das Alphabet zu beenden
Wanderprediger eilig
reifender Jugend zur Hand
meistens in Videos -
besonders bei Schlangenbiss
H&#246;re das Hasswort dort
Bildschirmschoner Athens
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heimatlayout gibt die Stadt<br />
mit Sehnsucht vielleicht<br />
formatiert &#038; animiert<br />
ruht die Sch&#246;nheit dort not</p>
<p>Aber die Schriftarten warten<br />
Bookmarks des Glaubens<br />
mutiger Anf&#228;nger sehr<br />
die gestern den G&#246;ttern gr&#252;n</p>
<p>In den Papierkorb schreiben<br />
das Alphabet zu beenden<br />
Wanderprediger eilig<br />
reifender Jugend zur Hand</p>
<p>meistens in Videos -<br />
besonders bei Schlangenbiss<br />
H&#246;re das Hasswort dort<br />
Bildschirmschoner Athens</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Am 5. Januar alte Nachrichten</title>
		<link>http://hor.de/am-5-januar-alte-nachrichten.html</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 16:02:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Je offener im Iran von Todesstrafen f&#252;r Dissidenten die Rede ist, desto mehr scheint es davon zu geben. So viel zur Abschreckung. Eine nerv&#246;se Hoffnung macht sich breit, die Diktatur der alten M&#228;nner und ihres Pr&#228;sidenten k&#246;nne &#252;berwunden werden &#8211; wenn nicht die USA sich einmischen und den Widerstand noch unterst&#252;tzen. Jedenfalls kenne ich einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Je offener im Iran von Todesstrafen f&#252;r Dissidenten die Rede ist, desto mehr scheint es davon zu geben. So viel zur Abschreckung. Eine nerv&#246;se Hoffnung macht sich breit, die Diktatur der alten M&#228;nner und ihres Pr&#228;sidenten k&#246;nne &#252;berwunden werden &#8211; wenn nicht die USA sich einmischen und den Widerstand noch unterst&#252;tzen. Jedenfalls kenne ich einen iranischer Blogger, der genau das f&#252;rchtet.</p>
<p>2010 w&#252;rde gew&#228;hlt &#8211; in Burma. So General Than Shwe, der Eigent&#252;mer. Es solle korrekt ausgez&#228;hlt werden, versprach er. Im Gegenzug sei allerdings das Volk gehalten, auch <em>korrekt zu w&#228;hlen</em>. Alles andere ist sicher lebensgef&#228;hrlich. Es w&#228;re die erste Wahl nach zwanzig Jahren &#8211; aber nicht die erste Abstimmung: 2008 wurde eine neue Verfassung vom Volk best&#228;tigt, mit gut 92%. Das beruhigt. Bislang ist noch unklar, wer f&#252;r das Amt des Than Shwe antreten wird, wahrscheinlich Than Shwe.</p>
<p><em>Sie wollen</em>, sagte vor Jahren ein popul&#228;rer Innenpolitiker, <em>den Rechtsstaat in die Knie zwingen</em>. Die Terroristen von Al-Qaida n&#228;mlich. Ihre Waffen seien nicht Bomben, sondern Fernsehbilder und Zeitungsschlagzeilen, der Ort ihres Angriffs sei <em>unser Kopf.</em> Sein Kopf vor allem, der wurde zuerst in die Knie gezwungen &#8211; seitdem kroch er zur Sicherheit auf allen B&#246;den. Damals habe ich ihm gleich geglaubt, obwohl die Idee bei der RAF abgekupfert schien (die kannte er gut). Heute glaube ich das noch immer. Jede neue Einschr&#228;nkung von Menschen- oder B&#252;rgerrechten im <em>Krieg gegen den Terror</em> z&#228;hle ich als Siegpunkt des Videoterrorf&#252;rsten. Unfassbar, wie leicht sie es haben, wie billig. Und schlimmer, dass ich mir den eigenen Sieg nicht vorstellen kann. Wir k&#246;nnten siegen, ohne es zu bemerken, weil keiner einen solchen Sieg erkennt. Wir haben kein Bild davon, keinen Gedanken. <em>Der Krieg gegen den Terror ist gewonnen, weil &#8230;</em> X. Er sieht das heute anders, ohne Siege oder Niederlagen. Eines Tages, hofft er, werden wir sagen k&#246;nnen, die Welt sei <em>ein St&#252;ck weit sicherer geworden</em>. Ich verstehe das nur als: kleiner. Er hat sich anderen Aufgaben zugewandt, ich mich anderen Fragen. Es kam einfach nichts dabei heraus.</p>
<p>&#220;brigens ist es mir wirklich egal, ob mich die Kumpane des F&#252;rsten oder die Gesellen des R&#228;ubers abzocken. Er selbst &#8211; das w&#228;re ein Unterschied. (Als Kind las ich von einem R&#228;uber, der zur Zeit des Konstanzer Konzils einen Bauern erpresste. Jedes Jahr sollte der ihm ein Schwein ausliefern. T&#228;te er es einmal nicht, w&#252;rde der R&#228;uber ihm einen Finger abschneiden. Mit dem Schwein bereitete er ein Festmahl im Wald und selbst der Bauer war eingeladen; der ging aber nicht hin. Der Bischof der Gegend, der den R&#228;uber jagte, wollte drei Schweine im Jahr und drohte mit dem Tod. Zu seinem Festmahl lud er fahrende S&#228;nger ein. Das tat der R&#228;uber nie, man musste selber singen. Er wurde dann gefangen und aufgehangen.)</p>
<p>Die <em>International Federation of Journalists</em>, IFJ, z&#228;hlte 137 tote Journalisten im Jahr 2009. 24 davon starben durch Unf&#228;lle bei der Arbeit. Den Leichenspiegel f&#252;hren die Philippinen mit 38 ermordeten Journalisten und Medienmitarbeitern. 2008 waren es weltweit nur 109. Blogger und andere Privatleute, die irgendwas recherchierten, sind, wie immer, nicht gez&#228;hlt.</p>
<p>Wenn ich ernsthaft schwarz-wei&#223; malen wollte, ich w&#252;rde zuerst Menschen, die sich vor dem Tod f&#252;rchten und solche, die das nicht tun, unterscheiden. Dann wieder die, die das jeweils wissen. Dann die, die sich in das andere einf&#252;hlen k&#246;nnen. <em>Sie h&#228;tten tot sein k&#246;nnen!</em>, schrie der Mann, dessen Baggerschaufel eine Passantin gerade mit einem Sprung entkommen war. <em>Nein</em>, l&#228;chelte sie ihm beruhigend zu, <em>ich kann nicht tot sein</em>.</p>
<p>*</p>
<p>Thema in <em>&#8216;Literaturen&#8217; 1/2010</em>: <em>Literaturhauptstadt Berlin.</em> Ich sollte hier wegziehen. Obwohl &#8211; Treptow kommt nicht vor.</p>
<p>Noch bis zum 07.02. im Prenzlauer Berg Museum: die Ausstellung <em>Poesie des Untergrunds</em> (poesiedesuntergrunds.de). Beneidenswert, die DDR, mit echtem Untergrund. Oder doch nicht, Elke Erb stellte fest: <em>Die Realit&#228;t hat versagt.</em></p>
<p>Mehr Einfluss des Vertriebenenverbandes auf die <em>Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers&#246;hnung</em>, statt Frau Steinbach &#8211; bietet Frau Steinbach. Das erinnert mich an meine erste Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit. Mit sechs Jahren hockte ich unter der K&#252;chensp&#252;le und sang. Man konnte eine M&#252;nze einwerfen, damit ich aufh&#246;rte. Das lief wunderbar.</p>
<p>Von den Wirtschaftsexperten lese ich, dass sie sich geirrt haben. Das war fr&#252;her anders. Aber wir wissen heute, dass sie sich auch damals geirrt haben. Es ist nicht schlimm, dass sie sich irren &#8211; kaum einer glaubt mehr an Orakel. Ich frage mich nur, warum ich sie lese. Ich werde es k&#252;nftig nicht mehr tun.</p>
<p><em>Endlich wieder ein richtiger Winter. Da sieht man, dass der Herrgott und nicht die Wissenschaft das Wetter macht.</em> Ja, das sieht man: <em>Gott</em> hei&#223;t, was der Mensch sich noch nicht unterworfen hat. Einem kleinen &#196;ffchen also genug f&#252;r alle Zeit. Als Begriff dann auch irgendwie &#252;berfl&#252;ssig. Wissenschaft aber hei&#223;t: nachschauen, noch mal nachschauen und &#8211; wieder. Es wissen wollen. Gleich, wie viele da dienstbar sind, die andere Interessen haben, akademische z.B. Es sind ja die Sprecher des <em>Herrn</em> auch nicht ohne S&#252;nde. Nur sein Wetter, das irrt sich nie, das ist, wie es ist. Man kann ihm aber durchaus Fragen stellen.</p>
<p>Wenn der Abergl&#228;ubige die dreizehnte Fu&#223;bodenkachel &#252;berspringt &#8211; interessiert es ihn, woher sie kam, wie sie gemacht ist, wer sie dort verlegt hat und ob der gl&#252;cklich war dabei? Ich fand vor Jahren ein Haus, das Menschen bewohnten, die es liebten. Jedes Detail strahlte das aus. Ich f&#252;hlte kurz, dass ich mich nur an seine Mauern lehnen m&#252;sste und schon w&#228;re ich wie im Mutterleib. Nun habe ich es wieder gesehen, leer, unbewohnt  &#8211; und rannte fort, weil ich von solcher Verlassenheit verschlungen w&#252;rde. <em>Herr Doktor</em>, ich wei&#223;, wie es funktioniert. Aber wie stelle ich es ab?</p>
<p>Und wenn ich ein Allheilmittel erfunden h&#228;tte, gefunden, das Wasser des Lebens &#8211; wie k&#246;nnte ich es sch&#252;tzen, verhindern, dass viele, wenn nicht Millionen, es gratis nutzen? Ich muss es vorher wissen. Das habe ich von den Freunden des geistigen Eigentums gelernt: Was ich nicht halten kann, finde ich nie.</p>
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		<title>An zu</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 10:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Noti.zen]]></category>

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		<description><![CDATA[An diesem speziellen Tag
da Sie erinnert werden
da Ihnen vergeben wird
da wird dort ein Lied sein
das Ihre Jugend sein soll
Dennoch ist da wer
der alarmiert wird
Den langen Weg gehen
der wir waren
(der sich sehnt, dehnt
&#160;der sich streckt, streckte)
der an der Haut haftet
der entdeckt wird
dem man sich stellt in anderen
die klopfen, die einkreisen
die Zeugen
Aber was gibt es zu tun
Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem speziellen Tag<br />
da Sie erinnert werden<br />
da Ihnen vergeben wird</p>
<p>da wird dort ein Lied sein<br />
das Ihre Jugend sein soll<br />
Dennoch ist da wer<br />
der alarmiert wird</p>
<p>Den langen Weg gehen<br />
der wir waren<br />
(der sich sehnt, dehnt<br />
&nbsp;der sich streckt, streckte)<br />
der an der Haut haftet<br />
der entdeckt wird<br />
dem man sich stellt in anderen<br />
die klopfen, die einkreisen<br />
die Zeugen</p>
<p>Aber was gibt es zu tun<br />
Es wird gehalten, es wurde vergessen<br />
Gegangen sind Sie<br />
Ich war einmal klein<br />
in Ihren Wendungen ist das Gold ich</p>
<p>Sie erinnern sich an einen Tag<br />
ich erinnere mich an einen Tag<br />
noch mit der Freiheit abzulehnen<br />
St&#228;dte sollten die Stirn runzeln<br />
um sich nichts auszumachen<br />
um frei zu sein<br />
um sich zu wundern vor den Stadtlosen</p>
<p>Und wer ist der Freie wirklich</p>
<p>Unten verbiegen, verbergen<br />
die Brutalit&#228;ten<br />
was der Koben verh&#228;lt<br />
Was sehen Ihre Kinder<br />
Was ben&#246;tigen die Fabriken<br />
Wer ist zum Gefangenen<br />
- gezwungen &#8211; zu gl&#228;nzen</p>
<p>Wir suchen, versuchen<br />
Wo suchen Sie, wo suche ich<br />
Z&#228;hmt hochm&#252;tiges Weh<br />
zu l&#228;cheln jeden Rauch</p>
<p>Zeuge zu sein</p>
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		<title>Am 4. Januar alte Nachrichten</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 13:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer wirklich nicht wei&#223;, warum er was schreiben soll: 2010 ist Writing Year (z.B. Twitter: wriye) Nur &#8211; war das nicht jedes Jahr?
Der Deutsche Kulturrat unterscheidet Wirtschafts- und Kulturg&#252;ter, wobei Kulturg&#252;ter Wirtschaftsg&#252;ter sind, die durch Kulturpreise aufgewertet wurden. (&#196;hnlich National-, anders die unproduktiven Volks- und Gemeing&#252;ter.) Wird ein Wirtschaftsgut zum Kulturgut ernannt, st&#252;tzt es den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer wirklich nicht wei&#223;, warum er was schreiben soll: 2010 ist <em>Writing Year</em> (z.B. Twitter: wriye) Nur &#8211; war das nicht jedes Jahr?</p>
<p>Der <em>Deutsche Kulturrat</em> unterscheidet Wirtschafts- und Kulturg&#252;ter, wobei Kulturg&#252;ter Wirtschaftsg&#252;ter sind, die durch Kulturpreise aufgewertet wurden. (&#196;hnlich National-, anders die unproduktiven Volks- und Gemeing&#252;ter.) Wird ein Wirtschaftsgut zum Kulturgut ernannt, st&#252;tzt es den Tourismus und schafft Mehrwert. Ziel der Kulturpolitik ist daher die Steigerung der Zahl der Preisverleihungen. Leider fehle daf&#252;r im neuen Jahr das Geld.</p>
<p>Luc Bondy schalt die deutschen B&#252;hnen, alles sei irgendwie normiert, <em>zu wenig Phantasie</em>. Da kann man nichts machen, Theater leben nicht vom Publikum allein, auch vom Staat. Da gibt es immer eine Norm.</p>
<p>Von jedem tausendsten Deutschen ist 2009 ein Buch erschienen, zum Durchschnittspreis von knapp unter zehn Euro. Rund 12 B&#252;cher kaufte jeder, vom S&#228;ugling bis zum Greis. 12,5 Cent investierte ein Deutscher in jeden Autor und dessen Verlag, Drucker, Binder, Berater, Werber, Grossist, Spediteur, H&#228;ndler. Bei gro&#223;z&#252;gigen 10% vom Ladenpreis h&#228;tte damit der Durchschnittsautor etwa 10.000 Euro verdient, kaum 60% dessen, was ein durchschnittlicher Arbeitsloser &#8211; nicht bekommt, aber kostet.</p>
<p>Peter Glaser (<em>Ich hab&#8217;s erfunden!</em>) schrieb f&#252;r Heises <em>Technology Review</em> den <em>Verriss des Monats</em> zu Rechtschreibkorrekturen, Google Suchvorschl&#228;gen usw., ward geradezu peotisch (&raquo;<a href="http://hor.de/peotik.html">Peotik</a>) und verlinkte einen seiner Blogartikel, darin er <em>Google Suggest-Lyrik (GSL)</em> benamte, weit mehr damit meinte und offenbar nicht ahnte, dass das alles l&#228;ngst hei&#223;t, n&#228;mlich <em>Flarf</em>.</p>
<p>Christoph Schr&#246;der hat den Literarischen Jahresr&#252;ckblick f&#252;r <em>Die Zeit</em> geschrieben mit Buchmesse und den wichtigsten Preisen. In den B&#252;chern (Literatur, au&#223;er beim Bachmannpreis, immer in B&#252;chern) ist ihm viel Krankheit und Sterben aufgefallen. Selbst die Buchmesse war China-krank, starb aber nicht.</p>
<p>Ausgerechnet im <em>B&#246;rsenblatt</em> nennt Michael Roesler-Graichen das Urheberpers&#246;nlichkeitsrecht eine <em>&#252;berdehnte Rechtsfigur</em>. Na endlich. (Microsoft z.B. nutzt es hierzulande, den Nutzern von <em>MS Word</em> microsoftkritische Texte zu untersagen.)</p>
<p>Die <em>galerie urs</em> (urs.twoday.net) ist wieder da. Ein Blog, das zwei Jahre gar nicht war. Das ist sch&#246;n. (Ob ich es wieder <a href="http://hor.de/links-da-capo.html">verlinken darf</a>?)</p>
<p>Auch Nichtmuslime d&#252;rfen in Malaysia wieder <em>Allah</em> sagen. Ein Gericht hob das Verbot der Regierung auf. In Irland hingegen wurde ein Blasphemie-Gesetz erlassen, das setzt bis zu 25.000 Euro Strafe auf Gottesl&#228;sterung. Schade, dass Gott/Allah sich so gar nicht selbst um seine Angelegenheiten k&#252;mmert.</p>
<p><em>Gott</em> ist &#252;brigens das h&#228;ufigste Substantiv in deutschsprachigen Gedichten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts (Platz 1, ich habe ca. 24.000 ausgez&#228;hlt), tritt aber in gereimten Versen nie am Zeilenende auf. Das wird an den verf&#252;gbaren Reimw&#246;rtern liegen: Spott, Schrott, bigott, Pott, Trott, Schafott &#8230; <em>Sprachpech</em> nennt man das wohl.</p>
<p>Kaum wird der Jemen zum k&#252;nftigen  Kriegsgebiet erkl&#228;rt, drohe dort ein Anschlag. Das beweise, wie wichtig und richtig die Intervention sei. &#220;ber eine Stunde habe ich (online) vergeblich durch die Gazetten gebl&#228;ttert auf der Suche nach einer zweiten Meinung. Heute erst taucht sie auf: eine Falle sei das.</p>
<p>Zumindest beim Auslegen des Bodens unseres Nagerk&#228;figs mit Papier w&#252;rde ich doch die gedruckte Zeitung lesen &#8211; ? &#8211; Nee. Wie jeder Mensch verf&#252;ge ich &#252;ber einige seltene F&#228;higkeiten, u.a. die, Texte, die mir direkt vor Augen stehen, nicht zu lesen. Ich habe das Jahre trainiert.</p>
<p>Dumm war: <em>Reim mal was zu Weihnachten.</em> Aber von mir aus:</p>
<p><span style="font-size: 95%">&nbsp; &nbsp; &nbsp; Wie blau der Wald, der Wandersmann<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; wie f&#228;ngt er&#8217;s <em>nach der Regel an</em><br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; <em>Im gr&#252;nen Tann</em> f&#228;llt er die T&#228;nnchen<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; der Weihnachtsbrauch gilt allen Menschen<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; er w&#228;chst in ihm, der alte Baum<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; er rei&#223;t ihn aus und wei&#223; es kaum</span></p>
<p><span style="font-size: 95%">&nbsp; &nbsp; &nbsp; <em>Er bringt ihn in</em> die fremde Stube<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; &#8211; als Held, zugleich als b&#246;ser Bube</span></p>
<p>Und all die Leute, die meinen, <em>fr&#252;her</em> w&#228;re es besser gewesen, einer wenigstens, m&#246;ge mir mal verraten, wann das war. 1938? 1915? 1871? Wann denn?</p>
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		<title>J&#228;hrig ohne Zahl</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 21:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wörterlisten]]></category>

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		<description><![CDATA[Halb
lang
viel
voll
erst
letzt
mehr
minder
dies
gro&#223;
ganz
n&#228;chst
vor
&#252;ber
X j&#228;hrige j&#228;hrigem j&#228;hrigen j&#228;hriger j&#228;hriges einst
gebr&#228;uchlich, j&#228;hrig der Vertrag, ein, j&#228;hrig das Kind, voll, j&#228;hrig der Tote zum Jahrestag. J&#228;hrig, j&#228;hrig, j&#228;hrig war das Jahr.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Halb<br />
lang<br />
viel<br />
voll<br />
erst<br />
letzt<br />
mehr<br />
minder<br />
dies<br />
gro&#223;<br />
ganz<br />
n&#228;chst<br />
vor<br />
&#252;ber<br />
X j&#228;hrige j&#228;hrigem j&#228;hrigen j&#228;hriger j&#228;hriges einst<br />
gebr&#228;uchlich, j&#228;hrig der Vertrag, ein, j&#228;hrig das Kind, voll, j&#228;hrig der Tote zum Jahrestag. J&#228;hrig, j&#228;hrig, j&#228;hrig war das Jahr.</p>
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		<title>Links, da capo</title>
		<link>http://hor.de/links-da-capo.html</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 18:41:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dsh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Info]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun sind schon Leute sauer, dass ich nicht linke. Zu ihnen, zu ihnen! Aber ich w&#252;rde doch gern, m&#246;chte nur eben eine Erlaubnis daf&#252;r. Davon h&#228;tten sie nichts gewusst.
Das kommt, weil sie hier nicht lesen. T&#228;ten sie, w&#252;ssten sie. Taten sie nicht &#8211; und drohen nun mit dem L&#246;schen ihrer Links. Na und?
1. Habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun sind schon Leute sauer, dass ich nicht linke. Zu ihnen, zu ihnen! Aber ich w&#252;rde doch gern, m&#246;chte nur eben eine Erlaubnis daf&#252;r. Davon h&#228;tten sie nichts gewusst.</p>
<p>Das kommt, weil sie hier nicht lesen. T&#228;ten sie, w&#252;ssten sie. Taten sie nicht &#8211; und drohen nun mit dem L&#246;schen ihrer Links. Na und?</p>
<p>1. Habe ich da nichts von. Ich schaue ja in die Statistik: Zugriffe durch Links in Blogrolls gab es nur via SuMuze, Miroslav Dusanic, Angelika Demel, Claudia Klinger, Frank Rawel und &#8211; nix, das war&#8217;s. Was interessiert mich eine Blogroll, die keiner klickt? <em>Keiner</em> meint: wirklich Null das ganze Jahr.</p>
<p>2. Finde ich es auch nicht toll, haufenweise Blogs zu verlinken, die man nicht liest. Gerade daran denke ich doch, wenn ich eine Blogroll sehe, dass das das Gelesene w&#228;re.</p>
<p>3. Setzte ich sowieso keinen Link, weil ein anderer das auch tut, nur, weil ich diese Adresse wirklich empfehlen mag.</p>
<p>Nun mag ich einiges empfehlen, dementsprechend lang war meine Blogroll fr&#252;her. Weil es viel Gutes gibt. Nat&#252;rlich lese ich da weiterhin; und will das alles auch verlinken, wieder. Darf ich aber nicht, ich habe es mir selbst verboten.</p>
<p>Hier daher noch einmal, ein letztes Mal, die Erkl&#228;rung:</p>
<p>Jahr f&#252;r Jahr, Monat f&#252;r Monat werde ich abgemahnt, verklagt, hier ein Zitat ohne Kommentar als unerlaubte &#220;bernahme, da ein mir erst erlaubter fremder Text, den ich auf Aufforderung nicht schnell genug wieder l&#246;schte, dann ein Unternehmen, dass sein Produkt ungerecht behandelt w&#228;hnte, eine Dichterin, die monierte, dass ich eine Zeile von ihr in einer Kollage verwandte, dann wieder eine Zeitung, die meint, mit meinen fr&#252;heren Presserundschauen h&#228;tte ich mich billig bei ihrem Content bedient usw. Das ist meine Ausgangslage.</p>
<p>Dazu kommt, dass ich selbst kein geistiges Eigentum schaffen will. Urheben hei&#223;t mir nichts als Besitzanspr&#252;che produzieren, wo vorher keine waren. Das deutsche Urheberrecht ist eindeutig: was einer schafft, ist stets gesch&#252;tzt, es sei, es verfehlt eine minimale Sch&#246;pfungsh&#246;he, ist wertloses Zeug &#8211; und diese Einschr&#228;nkung gilt beinahe nur f&#252;r Text. Darauf baue ich. Was ich hier zeige, sind keine Werke im Sinne des Urheberrechts, blo&#223; Notizen, Fetzen, Skizzen, nichts hoch gesch&#246;pft, nicht einmal kleine M&#252;nze. &#8211; Aber: das an sich gro&#223;z&#252;gige Zitatrecht r&#228;umt das Gesetz nur Werken ein, selbst wiederum gesch&#252;tzter Ware. Das soll verhindern, dass z.B. einer sich alles zusammenkopiert, nichts Eigenes schafft und trotzdem publiziert. O.k. &#8211; f&#252;r mich aber hei&#223;t es, dass ich kein Zitatrecht habe. Wenn man vor allem sampelt, ausz&#228;hlt, montiert wird alles Klagegegenstand. Darum lege ich keinen Wert darauf, &#252;ber Suchmaschinen auffindbar zu sein. Es finden da nur Leute, die, was immer sie suchten, gewiss nicht ihre Suchbegriffe in einer W&#246;rterliste finden wollten, und eben die Abmahnprofis, die dann eine Rechnung schicken. Auch das geh&#246;rt zur Ausgangslage. Ich bin ja so empfindlich.</p>
<p>Derzeit jammern deutsche Zeitungen und ebenso die Buchverlage, dass ihre Gesch&#228;fte durch das Internet geradezu zerst&#246;rt w&#252;rden. &#220;berall R&#228;uber, die fr&#228;&#223;en alles auf. Einige Zeitungsverleger fordern ein <em>Leistungsschutzrecht</em>, das ihre Leistung, Artikel online gestellt zu haben, &#252;ber das Urheberrecht hinaus besch&#252;tzt. U.a. ein Linkverbot oder eine Linkbeschr&#228;nkung. Unsere neue Regierung hat ein entsprechendes Versprechen in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. &#8211; Dann bin ich eben Dieb. Jetzt verlinke ich die Tresore nicht mehr, damit mich ihre H&#252;ter nicht weiterhin gleich finden. Und ich verlinke &#252;berhaupt nichts mehr, das mir nicht ausdr&#252;cklich gestattet ist.</p>
<p>Warum? Vorauseilender Gehorsam? Ich nenne es Protest im Vorfeld. Man darf solche Politaktion gern kritisieren &#8211; die Idee, dass ich sie dann gleich bleiben lasse, w&#228;r aber etwas &#252;berspannt. Man kann auch sagen, das sei alles Quatsch. Ja, warum nicht, das ist es auch. Damit mich niemand missversteht: Es ist erlaubt, beliebige Adressen einfach zu verlinken (solange dort nichts allzu sehr verbotenes erscheint). Noch.</p>
<p>Ich aber tu es nicht. Man kann es mir gestatten, dann vielleicht (und sicher, wenn das Blog, um das es geht, zuvor schon hier gelistet war). Dazu gen&#252;gt ein Brief, eine Karte an mich (Dirk Schr&#246;der, Baumschulenstra&#223;e 8 in 12437 Berlin), des Inhalts: Ich, XY, erlaube diesem Schr&#246;der mein Blog, meine Website etc. http://www&#8230;. zu verlinken. Datum, Unterschrift. Das reicht. Ich bin sogar bereit, die 25 Cent f&#252;r Umschlag und Papier, die 55 f&#252;r das Porto zu erstatten. Will man das widerrufen, reicht eine E-Mail.</p>
<p>So ist das hier. So bleibt das auch. So wird es vielleicht bald f&#252;r alle werden. Hoffentlich nicht.</p>
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